Wie geht ihr mit den unterschiedlichen Bedürfnissen um?

Hallo zusammen,

mein Mann möchte am Tisch Ruhe. Unser 8jähriger Sohn quatscht gerne. Ich finde Unterhaltung am Tisch auch gemütlich. Mittlerweile hat sich die Lage so zugespitzt, dass mein Mann nicht mehr mit uns Essen mag. Er empfindet es gegen sich, dass unser Sohn soviel redet und keine Rücksicht auf ihn nimmt. Ihn nervt das einfach. Mir fehlt da leider völlig das Verständnis. Möchte allerdings einen gesunden Mittelweg finden. Vielleicht habt ihr gute Ideen?

Huckepackk

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Was heißt "Ruhe am Tisch"?
Soll man das Essen schweigend zu sich nehmen?

Und was heißt "mein Sohn quatscht gerne"?
Redet er ohne Punkt und Komma? Ist er laut?

Ich finde dein Mann kann nicht erwarten, dass geschwiegen wird.
Außerdem ist es auch SEIN Sohn - er darf ihm gerne vermitteln, was er am Tisch ok findet und was nicht.

Für deinen Sohn sollten bestimmte Regeln gelten:
Nicht zu laut sein, nicht mit vollem Mund sprechen, nicht ohne Punkt und Komma reden, auch mal andere zu Wort kommen lassen.

Trotzdem ist dein Mann der Erwachsene und ihm muss klar sein, dass ein Kind sich evtl. noch nicht so "im Griff" hat, wie ein Erwachsener.

Was gar nicht geht ist, dass dein Mann an einem anderen Tisch essen will.
Es ist auch sein Kind. Wenn ihm etwas nicht gefällt, dann soll er es erziehen und einen Kompromiss finden und nicht weglaufen.

Oder wie hat er das dann in der Trotzphase gemacht? Oh, Kind schreit, dann geh ich jetzt, denn es nervt mich - kann ja meine Frau regeln...???

Ich finde dein Mann muss da mehr Kompromisse eingehen, denn er ist der Erwachsene.

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Lass ihn doch am anderen Tisch essen, so hat jeder sein Bedürfnis befriedigt.

Mein ältester Sohn ist auch nie mit uns am Tisch, allerdings aus anderen Gründen. So hat jeder seine Ruhe und kann sein Essen genießen.

LG
Scabra

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Puh, schwierig! Kann echt beide Seiten verstehen.

Hab eine Nichte und einen Neffen (7&6), die oft bei uns sind und auch abends häufig mit uns essen. Also mein Mann, unser Sohn, ich und die beiden. Mit meiner Nichte kann man sich wirklich super angenehm unterhalten, aber mit meinem Neffen ist es irgendwie anstrengend. Er ist laut, fragt 20 mal hintereinander dasselbe, wird sehr aufgeregt wenn er was erzählt, ist schnell eingeschnappt, kann echt ohne Punkt und Komma reden, usw.
Er ist noch klein, das ist alles in allem ok. Aber manchmal halt einfach nervig. Gibt Tage da hab ich kein Problem damit und gibt Tage, wo ich dann auch sage, lass uns heute bitte einfach nur ruhig am Tisch sitzen und essen und nicht reden, möchte einfach heute meine Ruhe.

Tut mir im selben Moment auch immer sofort leid, aber ich kann’s nicht ändern. Aber trotzdem versuche ich möglichst immer dran zu denken, wie klein er einfach noch ist und ich möchte ihm dann auch nicht das Gefühl geben, dass das was er zu erzählen hat unwichtig ist.

Also machen wir es so: jeder erzählt genau 5 Minuten lang von seinem Tag wenn wir gemeinsam am Tisch sitzen und danach ist für 30 Minuten erst mal Sendepause, damit wir erwachsenen etwas Energie aufladen können. Klappt wirklich gut.

Aber trotzdem würde ich deinem Mann noch mal versuchen klar zu machen, dass er der Erwachsene ist und nicht vergessen darf, dass sein Sohn womöglich denken könnte er sei unwichtig für ihn. Dass ihr da einen Kompromiss finden müsst, so dass jeder auf seine Kosten kommt.

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Ich finde es völlig normal und auch wichtig, dass der Esstisch/das gemeinsame Essen auch Kommunikationsort ist.

Das zu verbieten, finde ich ganz schwierig. Dann soll lieber die Person mit dem Ruhebedürfnis woanders essen.

Es scheint aber nicht, als sei dein Mann offen dafür, sondern als wolle er strikt, dass es halt so gemacht wird, wie er will.
Und da wäre bei mir der Ofen dann aus.

Kann mich aber auch täuschen.

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Ihr könnt ja beim Essen reden und danach gehst du mit dem Kind ins Wohnzimmer spielen. Dein Mann kann dann die Küche aufräumen und die Ruhe genießen. Sein Bedürfnis nach Ruhe ist wichtig, das kann er auch nach dem Essen erfüllt bekommen. Es ist auch seine Aufgabe als Papa das Bedürfnis des Kindes nach Aufmerksamkeit zu stillen. Find ich bisschen kindisch von ihm da keine Lösung zu finden, sondern nur auf sich zu schauen.

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Kommt drauf an.
Führt dein Sohn richtige Gespräche oder schnattert er einem nur die Ohren voll ?
Der Sohn sollte auch in Ruhe essen können, auch lernen, mit geschlossenem Mund zu essen , und den Mund erst leer machen, bevor er redet.
Will er aber einfach von seinem Tag erzählen und kann nebenher trotzdem gut essen , soll sich der Vater mal ein bisschen Mühe geben und auf seinen Sohn eingehen.
In der Generation vor uns, so bei den 80jährigen, gibt es die Väter, die darauf pochen, dass sie nach dem anstrengenden Arbeitstag gefälligst ihre Ruhe haben dürfen. Das ist heute wohl nicht mehr so.

Vielleicht könnte sich dein Mann dem Sohn zuwenden und ihm zuhören. Wenn dann der Sohn fertig ist mit essen, kann er ja schon mal aufstehen. Dann habt ihr Ruhe.
In ein paar Jahren wird er sowieso nicht mehr viel erzählen.

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Frage an deinen Mann:

Wann soll denn euer Sohn seiner Meinung nach von seinem Tag erzählen und von allem, was ihn beschäftigt?

Ich finde zwar auch, dass die gemeinsame Mahlzeit dafür ein guter Zeitpunkt ist, aber das geht ja auch anders.
Dein Mann könnte sich auch vor und nach dem Essen jeweils 20 Minuten Zeit nehmen und sich mit dem Sohn aufs Sofa setzen. Puzzeln, basteln oder so, damit der Sohn in entspannter Atmosphäre erzählen kann (natürlich NICHT fragen: "und, Sohn, wie war's in der Schule?" sondern eben wie beim Essen: entspannte Atmosphäre schaffen und abwarten).

Oder ihr könntet das Essen aufteilen:
Zuerst darf jeder 5 Minuten erzählen, dann sind alle mal ein paar Minuten leise und beim Nachtisch oder bei Papas Espresso darf dann wieder geredet werden. Oder umgekehrt.

Ich denke, viele Menschen haben Tage, an denen man partout nix hören mag und jedes Geräusch zu viel ist. Ich hab eine Zeitlang in einer Grundschule gearbeitet. Da war das mittags extrem, wenn meine eigenen Kinder losgelegt haben ;-) und wenn ich 4 Stunden Chorprobe gehalten habe, ertrage ich das Klavierspiel meiner Tochter auch ganz schlecht ... da muss ich dann durch - aber nicht unbegrenzt. So ein bisschen Rücksicht schadet niemandem und mit 8 sollte ein Kind schon mal eine Weile still sein können.
Voraussetzung: es kann seine Bedürfnisse (zu reden und erzählen) trotzdem befriedigen.

Natürlich sollte in den Rede-Phasen selbstverständlich sein, dass nicht mit vollem Mund geredet, nicht geschrien und nicht ohne Punkt und Komma lamentiert wird.
Aber bei normaler Gesprächsführung (so normal, wie 8jährige eben reden) sollte doch ein Kompromiss möglich sein. Aber dann müsst ihr dem Papa auch entgegen kommen, wenn ihr ihn dabeihaben wollt.

LG!

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Ich finde auch, du solltest mit deinem Mann gemeinsam eine Lösung finden. Es sollte doch auch in seinem Interesse sein, dass auf das Bedürfnis aller geachtet wird,

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Bei uns darf jeder nach einander von seinem Tag erzählen und dann ist mal 5-10 min Ruhe. Zur Not mit Timer von Alexa 😬

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Naja, so werden auf die Bedürfnisse aller eingegangen, du und dein Sohn könnt quatschen, dein Mann genießt die Ruhe. Passt doch alles. Ich kann dein Mann verstehen, unter der Woche möchte man auch mal seine Ruhe beim Essen. Ich würde es so belassen, eventuell nochmal über die Wochenenden reden.